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Häufige Fragen

Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.

Warum gehört die ADAC Pannenhilfe App auf jedes Smartphone?

Automatische Ortung:
Die App ermittelt über GPS den exakten Standort. Langes Suchen nach Straßennamen oder Autobahnkilometern entfällt.

Datenübermittlung:
Fahrzeugdaten, Mitgliedsnummer und mögliche Pannenursachen werden sofort digital an die Zentrale übertragen.

Live-Status:
Nach der Meldung sieht man in Echtzeit den Bearbeitungsstatus und die voraussichtliche Ankunftszeit der ADAC Pannenhilfe.

Kann ich die Pannenhilfe-App auch im Ausland nutzen?

Ja, die App bietet weltweite Unterstützung bei Unfall- oder Pannenmeldungen.

Für ADAC Plus- und Premium-Mitglieder ist die Pannen-Hilfeleistung europaweit sowie in den Mittelmeeranrainerstaaten abgedeckt.

Ersetzt das Smartphone meine Plastik-Mitgliedskarte?

Ja, die Clubkarte lässt sich komplett digital in der App hinterlegen oder direkt in das Apple Wallet bzw. Google Wallet exportieren.

Mitgliedsnummer und wichtige Notrufnummern sind in der App hinterlegt.

Muss ich zwingend ADAC-Mitglied sein, um die App zu nutzen?

Die ADAC Pannenhilfe App steht prinzipiell allen motorisierten Personen im Straßenverkehr offen, wobei für Nicht-Mitglieder im Ernstfall Kosten für den Einsatz des ADAC anfallen.

Motorradfahren bei Regen – Die häufigsten Fragen

Ist Motorradfahren bei Regen gefährlich?

Nein – zumindest nicht, wenn Du Deine Fahrweise den Straßenverhältnissen anpasst. Moderne Motorräder, hochwertige Reifen und die richtige Schutzkleidung ermöglichen auch bei Regen sicheres Fahren. Entscheidend sind eine defensive Fahrweise, ausreichend Sicherheitsabstand und vorausschauendes Handeln.

Wie fährt man sicher Motorrad bei Regen?

Fahre gleichmäßig und vermeide abrupte Lenk-, Brems- oder Beschleunigungsmanöver. Bremse möglichst vor der Kurve, beschleunige sanft und halte einen größeren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Eine ruhige Fahrweise sorgt für mehr Grip und Sicherheit. Versuche zudem, locker auf dem Bike zu sitzen – ein verkrampfter Oberkörper überträgt Unruhe direkt auf das Fahrwerk und verschlechtert das Gefühl für das Motorrad.

Warum ist der erste Regen besonders rutschig?

Beim Einsetzen des Regens vermischen sich Wasser, Staub, Reifenabrieb und Ölreste auf der Fahrbahn. Dadurch entsteht ein besonders glatter Schmierfilm. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Straße schäumt. Dies tritt oft nach langer Trockenheit auf und zeigt an, dass es besonders rutschig ist. Erst wenn der Regen die Straße gründlich gereinigt hat, verbessert sich die Haftung wieder.

Auf welcher Spur fährt man bei Regen am besten?

Vermeide im Regen nach Möglichkeit die Mitte Deines Fahrstreifens, da sich dort bei Ampeln und Kreuzungen Ölreste von Autos sammeln. Fahre stattdessen leicht versetzt in den Reifenspuren der vorausfahrenden Autos. Achte jedoch darauf, tiefe Spurrinnen zu meiden, da sich in ihnen das Wasser sammelt und die Aquaplaning-Gefahr steigt.

Welche Stellen sind bei Regen besonders glatt?

Besonders vorsichtig solltest Du auf folgenden Fahrbahnbereichen sein:

  • Bitumenstreifen

  • Fahrbahnmarkierungen (Zebrastreifen, Pfeile)

  • Straßenbahn- und Bahnschienen

  • Kanal- und Gullydeckel

  • Metallplatten (z. B. an Baustellen)

  • Fahrbahnreparaturen

Überfahre solche Stellen möglichst aufrecht, ohne starkes Bremsen oder Beschleunigen.

Welche Motorradbekleidung eignet sich für Regen?

Ideal sind wasserdichte Motorradanzüge mit atmungsaktiver Membran. Aber die anfängliche Wasserdichtheit lässt im Laufe der Jahre nach. Regelmäßiges Imprägnieren ist erforderlich. Gut ergänzt wird jede Motorradkleidung durch wasserdichte Handschuhe und Stiefel. Bei anhaltendem Regen oder Starkregen stößt normale Fahrbekleidung an ihre Grenzen; hier schützt zusätzlich nur eine gute Regenüberbekleidung (als Ein- oder Zweiteiler). Auf längeren Touren empfiehlt sich ein zweites Paar Handschuhe als Reserve. Achte bei Deiner Regenkleidung auf auffällige Farben (Neon) oder großflächige Reflektoren, da sich die Sichtbarkeit für andere im Straßenverkehr bei Starkregen drastisch verschlechtert.

Wie verhindere ich ein beschlagenes Visier?

Ein Pinlock-Innenvisier reduziert das Beschlagen deutlich. Zusätzlich helfen eine gute Helmbelüftung sowie wasserabweisende Visierpflegeprodukte. Viele Motorradhandschuhe verfügen außerdem über eine praktische Visierwischlippe. Bei sehr langsamer Fahrt oder im Stillstand an der Ampel hilft oft nur, das Visier einen kleinen Spalt breit zu öffnen, um für sofortigen Luftaustausch zu sorgen.

Welche Reifen sind bei Regen am sichersten?

Entscheidend sind keine speziellen „Regenreifen“, sondern hochwertige Motorradreifen mit ausreichend Profiltiefe und dem richtigen Reifendruck. Nur so kann Wasser zuverlässig verdrängt und eine gute Haftung auf nasser Fahrbahn gewährleistet werden.

Kann ein Motorrad Aquaplaning bekommen?

Ja, absolut. Aquaplaning tritt beim Motorrad zwar seltener auf als beim Auto, ist bei hohen Geschwindigkeiten und tiefen Wasseransammlungen jedoch eine reale Gefahr. Da auf dem Zweirad sofort der Verlust der Fahrstabilität droht, sind die Folgen meist fatal. Eine angepasste Fahrweise und ausreichende Profiltiefe reduzieren das Risiko.

Ist ABS bei Regen sinnvoll und wie bremse ich ohne ABS?

Ja, ein Antiblockiersystem (ABS) bietet besonders auf nasser Fahrbahn ein deutliches Sicherheitsplus, da es das Blockieren der Räder verhindert. Besitzt Dein Motorrad kein ABS, musst Du die Bremsen extrem feinfühlig dosieren. Nutze die Vorderradbremse progressiv (langsam Druck aufbauen) und setze die Hinterradbremse stabilisierend ein. Blockiert das Vorderrad ohne ABS, musst Du die Bremse sofort öffnen, um einen Sturz abzuwenden.

Wie groß sollte der Sicherheitsabstand bei Regen sein?

Da sich der Bremsweg auf nasser Fahrbahn verlängert, solltest Du den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug deutlich vergrößern. Gleichzeitig verbessert ein größerer Abstand die Sicht, da weniger Gischt aufgewirbelt wird. Besonders hinter LKW oder Bussen fährst Du im Regen schnell im „Blindflug“ – halte hier extremen Abstand und fahre leicht versetzt, um der massiven Gischtfahne zu entgehen und besser gesehen zu werden.

Muss ich mein Motorrad nach einer Regenfahrt pflegen?

Ja. Besonders bei Motorrädern mit Kettenantrieb sollte nach längeren Regenfahrten die Kette kontrolliert und bei Bedarf gereinigt und neu geschmiert werden. Kontrolliere außerdem Reifen, Bremsen und Beleuchtung regelmäßig, damit Dein Motorrad jederzeit sicher unterwegs ist.

Kann man Motorradfahren im Regen üben?

Ja. Wer gelegentlich bewusst bei leichtem Regen fährt und sich langsam an die veränderten Straßenverhältnisse gewöhnt, sammelt wertvolle Erfahrungen. Wichtig ist, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und die persönlichen Grenzen nicht zu überschreiten.

Was gilt bei Regen im Gebirge?

Im Hochgebirge kann sich das Wetter innerhalb weniger Minuten ändern. Selbst im Sommer kann aus Regen auf höheren Passstraßen Schnee oder Graupel werden. Prüfe deshalb vor der Tour den Wetterbericht und plane Kleidung sowie Route entsprechend.

Fazit

Regen gehört auf vielen Motorradtouren zum Alltag. Mit der richtigen Vorbereitung, geeigneter Schutzkleidung, einem technisch einwandfreien Fahrzeug und einer angepassten Fahrweise lassen sich auch nasse Straßen sicher bewältigen. Wer ruhig, vorausschauend und defensiv fährt, kommt meist entspannt und sicher ans Ziel.

Packtipps für die Motorrad-Urlaubsreise

Wie verteilt man das Gepäck auf dem Motorrad richtig?

Die wichtigste Grundregel lautet: Schwere Dinge gehören nach unten und so nah wie möglich an den Fahrzeugschwerpunkt.

  • Tankrucksack / Kofferboden: Schwere Gegenstände (Werkzeug, Kettenöl, Getränke).

  • Oben in den Koffern: Mittelschwere Dinge (Kleidung, Schuhe).

  • Gepäckrolle / Topcase: Nur leichte Sachen (Schlafsack, Regenbekleidung).

Eine falsche Gewichtsverteilung am Heck hebelt das Vorderrad aus. Das führt zu gefährlichem Lenkerflattern (Shimmy-Effekt) und instabilem Fahrverhalten.

Was gehört beim Packen unbedingt ins Handgepäck?

Alles, was Du tagsüber bei Pausen, Grenzkontrollen oder im Notfall sofort griffbereit haben musst, gehört in den Tankrucksack oder ganz oben in die Koffer:

·        Ausweise, Führerschein, Fahrzeugschein und Auslandskrankenversicherung.

  • Portemonnaie, Mautkarten oder Vignette.

  • Regenbekleidung (Ein- oder Zweiteiler).

  • Erste-Hilfe-Set und wichtige persönliche Medikamente.

  • Warnweste und ein Visierwischtuch.

Wie schützt man das Gepäck vor Nässe?

Verlasse Dich niemals darauf, dass Koffer oder Packtaschen zu 100 % wasserdicht sind. Spätestens bei stundenlangem Starkregen im Autobahntempo drückt Feuchtigkeit durch die Nähte oder Dichtungen.

  • Innentaschen nutzen: Packe alle Kleidungsstücke und elektronischen Geräte zusätzlich in wasserdichte Innentaschen, robuste Müllsäcke oder spezielle Kompressionsbeutel. Für kleine Dinge wie z. B. das E-Book reichen auch mal Gefrierbeutel in der richtigen Größe.

  • Gepäckrollen prüfen: Achte bei Packrollen auf einen sogenannten Rollverschluss, der mindestens dreimal umgeschlagen werden muss, um dicht zu halten.

Welche technischen Vorgaben müssen beachtet werden?

Jedes Motorrad und jedes Koffersystem hat klare Grenzen, die Du für Deine Sicherheit nicht überschreiten darfst:

  • Zulässiges Gesamtgewicht: Wiege das Gepäck (inklusive Koffer) und addiere das Gewicht der mitfahrenden Personen. Die Summe darf das im Fahrzeugschein (Feld F.1) eingetragene Limit nicht überschreiten.

  • Herstellerangaben für Koffer: Viele Hersteller begrenzen das Gewicht pro Koffer auf 5 bis 10 kg und empfehlen eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 130 km/h mit Gepäcksystem.

  • Fahrwerk anpassen: Erhöhe nach dem Packen unbedingt die Federvorspannung hinten und passe den Reifendruck an die maximale Beladung an.

Koffer oder Packtaschen – was ist besser?

Beide Systeme haben klare Vor- und Nachteile, die vom Einsatzzweck abhängen:

  • Hartschalenkoffer (Alu/Kunststoff): Bieten maximalen Diebstahlschutz, sind meist wetterfester, schützen den Inhalt bei Stürzen und lassen sich leicht reinigen. Sie machen das Motorrad jedoch breit und schwer.

  • Softgepäck (Packtaschen): Ist deutlich leichter, gibt bei Stürzen im Gelände flexibel nach (geringeres Verletzungsrisiko für die Beine) und hält das Motorrad schmaler. Dafür ist es anfälliger für Diebstahl und oft umständlicher zu verzurren.

Wie spart man effektiv Platz und Gewicht?

Das größte Problem auf Motorradtouren ist zu viel Gepäck („Angstpacken“). Mit diesen Kniffen bleibt das Bike leicht:

  • Rollen statt falten: Rolle Deine Kleidung eng zusammen. Das spart extrem viel Platz und verhindert Knitterfalten.

  • Funktionskleidung nutzen: Setze auf Textilien, die schnell trocknen. So kannst Du Shirts oder Socken abends im Hotelwaschbecken durchwaschen und am nächsten Morgen trocken wieder einpacken.

  • Mikrofaser-Handtücher: Sie haben nur ein Bruchteil des Packmaßes eines normalen Frottee-Handtuchs.

  • Reisegrößen: Shampoo, Duschgel und Zahnpasta gibt es in praktischen Mini-Größen.

Was sollte an Werkzeug und Notfallausrüstung mit?

Du musst nicht die halbe Werkstatt mitnehmen, aber ein kleines Pannen-Kit rettet die Tour:

  • Bordwerkzeug des Motorrads (ergänzt um passende Inbus- oder Torx Schlüssel).

  • Ein Reifenpannenset (inklusive CO2-Kartuschen oder kleinem 12V-Kompressor).

  • Kabelbinder, Panzertape und etwas Universaldraht (die „heilige Dreifaltigkeit“ der Pannenhilfe).

  • Kettenspray oder Kettenöl (bei Kettenantrieb alle 500–1000 km nötig).

  • Ein kleines Multitool (Taschenmesser mit Zange).

 Die Checkliste: Bereit für die Abfahrt? (Der 5-Punkte-Check)

  1. 🔲 Gewichtskontrolle: Sind die Koffer links und rechts gleich schwer beladen, um einseitiges Ziehen zu verhindern?

  2. 🔲 Festigkeit prüfen: Rüttele kräftig an allen Koffern, Gurten und Gepäckrollen. Da darf sich absolut nichts bewegen oder in Richtung Hinterrad/Auspuff hängen.

  3. 🔲 Fahrwerk & Reifen: Sind Federvorspannung, Luftdruck und Scheinwerferhöhe an das Urlaubsgewicht angepasst?

  4. 🔲 Sicht & Bewegung: Ist genug Platz im Sattel und ist die Sicht in den Rückspiegeln trotz Gepäck perfekt?

  5. 🔲 Dokumente im Zugriff: Liegen Grüne Versicherungskarte, Ausweise und Schutzbrief griffbereit im Tankrucksack?

Erste Hilfe und Verhalten bei einem Motorradunfall

Was ist bei einem Motorradunfall als Erstes zu tun?

Die eigene Sicherheit geht immer vor. Die Rettungskette beginnt mit drei zentralen Schritten:

  1. Unfallstelle absichern: Schalte das Warnblinklicht Deines Motorrads ein. Stelle das Warndreieck (oder die Warnleuchte) in ausreichender Entfernung auf. In Kurven oder Bergen muss das Warndreieck vor der Kurve oder Kuppe stehen, um nachfolgende Fahrzeuge rechtzeitig zu warnen.

  2. Eigenschutz: Ziehe sofort Deine Warnweste an. Achte beim Betreten der Fahrbahn auf den fließenden Verkehr.

  3. Notruf absetzen: Wähle europaweit die 112. Nenne Antworten auf die fünf W-Fragen (Wo, Was, Wie viele Verletzte, Welche Verletzungen, Warten auf Rückfragen).

Helm abnehmen bei Bewusstlosigkeit – ja oder nein?

Ja, absolut lebenswichtig! Ist die verunfallte Person bewusstlos oder reagiert nicht, muss der Helm abgenommen werden. Nur so kannst Du prüfen, ob sie atmet, und im Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten oder Erbrochenes entfernen. Die Gefahr des Erstickens ist bei Bewusstlosigkeit weitaus höher als das Risiko, eventuelle Verletzungen der Halswirbelsäule durch die Helmabnahme zu verschlimmern.

Wie nimmt man den Helm im Ernstfall richtig ab?

Wenn möglich, führt man die Helmabnahme zu zweit durch, es geht im Notfall aber auch allein:

  • Visier und Kinnriemen: Öffne das Visier und schneide oder öffne den Kinnriemen komplett. Falls der Helm über ein Notfall-System verfügt (z. B. rote Schlaufen am Helmpolster / Emergency-Tabs), ziehe die Wangenpolster zuerst nach unten heraus.

  • Kopf stabilisieren: Eine Person sichert den Hals und Kopf von unten, während die zweite Person den Helm vorsichtig durch leichtes Dehnen nach außen über die Ohren vom Kopf zieht.

  • Allein: Fixiere den Nacken mit einer Hand und ziehe den Helm mit der anderen Hand vorsichtig und gerade nach hinten ab.

Was tun, wenn die verunfallte Person atmet oder nicht atmet?

Nach der Helmabnahme entscheidest Du anhand der Atmung über die nächsten Schritte:

  1. Person atmet: Bringe sie in die stabile Seitenlage. Dadurch bleiben die Atemwege frei, und Blut oder Erbrochenes können abfließen. Überprüfe die Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kontinuierlich.

  2. Person atmet nicht: Beginne sofort mit der Herzdruckmassage mit 30 mal drücken und 2 mal beatmen. Höre damit erst auf, wenn der Rettungsdienst übernimmt oder die Person wieder selbstständig zu atmen beginnt. Die richtige Frequenz der Herzdruckmassage erreichst du automatisch, wenn du z. B. „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees, „Another One Bites The Dust“ von Queen, „Dancing Queen“ von ABBA, „Highway to Hell“ von AC/DC oder auch „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer nebenbei mitsingst. Die genannten Songs haben alle den perfekten Takt von 100 bis 120 Schlägen pro Minute.

Wie versorgt man stark blutende Wunden?

Verwende die Handschuhe aus Deinem Motorrad-Verbandskasten, um Dich vor Infektionen zu schützen.

Druckverband: Lege bei stark spritzenden oder fließenden Wunden einen Druckverband an. Platziere eine sterile Kompresse auf der Wunde, lege ein ungeöffnetes Verbandpäckchen als Druckkörper darauf und wickele die Fixierbinde stramm darüber.

Achtung bei Motorradbekleidung: Schneide die Schutzkleidung im Zweifel mit einer Verbandsschere auf, anstatt Protektoren oder enge Textilien gewaltsam über die Wunde zu ziehen.

Was gehört in ein gesetzlich vorgeschriebenes Motorrad-Verbandset?

In vielen europäischen Ländern (wie Österreich) ist das Mitführen Pflicht, in Deutschland wird es dringend empfohlen. Ein Set nach der Norm DIN 13167 ist extrem kompakt und enthält:

  • Heftpflaster und Pflasterstrips

  • Sterile Verbandpäckchen und Verbandtücher

  • Erste-Hilfe-Schere

  • Einmalhandschuhe

  • Rettungsdecke (wichtig, um die verunfallte Person vor Unterkühlung oder Hitzeschlag zu schützen)

Wie verhält man sich, wenn man als Gruppe unterwegs ist?

In einer Motorradgruppe sollten die Aufgaben im Ernstfall sofort klar aufgeteilt werden, um Chaos zu vermeiden:

Person 1: Sichert die Unfallstelle nach hinten ab und warnt den Gegenverkehr.

Person 2: Setzt den Notruf (112) ab.

Person 3 und 4: Übernehmen die Erste Hilfe direkt an der verunfallten Person.

Wichtig: Der Rest der Gruppe parkt die Motorräder sicher am äußersten Fahrbahnrand oder auf einem Parkplatz, um die Rettungswege für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr absolut freizuhalten.

Die Checkliste: Verhalten am Unfallort (Sofort-Matrix)

  1. 🔲 Ruhe bewahren: Tief durchatmen, Panik blockiert logisches Handeln.

  2. 🔲 Warnweste an: Erst anziehen, dann die Unfallstelle mit Warndreieck absichern.

  3. 🔲 Notruf 112: Genaue Kilometerangabe, Straßennummer oder GPS-Daten durchgeben.

  4. 🔲 Bewusstsein prüfen: Person ansprechen und vorsichtig an den Schultern rütteln.

  5. 🔲 Helm ab bei Bewusstlosigkeit: Riemen auf, Helm runter, Atemwege freimachen.

  6. 🔲 Wärmeerhalt: Person nach der Erstversorgung so in die Rettungsdecke einhüllen, dass die silberne Seite zum Körper zeigt (Schutz vor Auskühlung).

Fahrtechnik für Kurven, Kehren und Alpenpässe

Warum bereiten 180-Grad-Spitzkehren vielen so große Probleme?

Enge Kehren (Serpentinen) erfordern ein präzises Zusammenspiel aus Balance, Blick und Fahrzeugbeherrschung. Wer zu hektisch agiert, unvorbereitet in die Kehre einfährt oder verkrampft, verliert die Linie. Mit den richtigen Grundregeln und etwas Routine schwindet der Stress jedoch schnell – und die Serpentinen werden zum absoluten Highlight der Tour.

Welche Rolle spielt die Blickführung in engen Kehren?

Die Blickführung ist das wichtigste Werkzeug überhaupt. Gemäß dem Motto „Du fährst dorthin, wo Du hinschaust“ solltest Du schon vor dem Einlenken so weit wie möglich in die Kurve hineinblicken. Lässt es die Einsehbarkeit der Kurve zu, schaust Du bereits weit voraus auf den Kurvenausgang oder den weiteren Straßenverlauf. Fixiere niemals den Fahrbahnrand oder Hindernisse direkt vor Deinem Vorderrad, sonst fährst Du genau darauf zu.

Tipp für das Team:

Während vorne der Blick strikt vorausgeht, gilt für den Rücksitz: In normalen Kurven geht der Blick über die kurveninnere Schulter. Bei extrem engen, steilen Kehren kann es für die Begleitung jedoch deutlich entspannter sein, über die Außenschulter zu blicken, um die Orientierung nicht zu verlieren.

Wie erkennt man den Kurvenverlauf bei unübersichtlichen Kehren vorab?

Nutze die Umgebung als Orientierungshilfe, um Deinen Blick vorausschauend zu lenken:

  • Leitpfosten / Begrenzungspfähle: Stehen die Pfosten am Straßenrand sehr eng beieinander, wird die Kehre extrem spitz. Weiten sich die Abstände, öffnet sich die Kurve wieder.

  • Felswände und Bäume: Schaue an der Felswand vorbei nach oben oder unten. Oft kannst Du dort bereits den weiteren Straßenverlauf und potenziellen Gegenverkehr sehen, bevor Du überhaupt in die Kehre einfährst.

Wie bereitet man sich optimal auf die Kehre vor?

Der gesamte Bremsvorgang muss bereits vor der Kurve komplett abgeschlossen sein. Schalte rechtzeitig in den passenden Gang, bevor Du einlenkst. Bei den meisten Motorrädern ist dies der zweite Gang. Sehr enge Spitzkehren verlangen nach dem ersten Gang, während manche drehmomentstarken Motoren auch den dritten Gang verzeihen. Wichtig: Fahre niemals mit gezogener Kupplung in die Kurve ein! Der Motor muss auf Zug bleiben, um das Motorrad stabil zu halten.

Wie leitet man das Einlenken mit dem Lenkimpuls richtig ein?

Um das Motorrad präzise und ohne Kraftaufwand in die Schräglage zu bringen, nutzt Du vor dem eigentlichen Einlenken den Lenkimpuls:

  • Möchtest Du in eine Linkskurve, drückst Du das linke Lenkerende leicht nach vorne.

  • Möchtest Du in eine Rechtskurve, drückst Du das rechte Lenkerende leicht nach vorne.

Durch diesen kurzen, bewussten Druck am Lenker kippt das Motorrad wie von selbst in die gewünschte Schräglage. Je exakter Du diesen Impuls setzt, desto präziser triffst Du Deine gewählte Linie.

Wie sieht die optimale Linie beim Anfahren und Einlenken aus?

Ist die Kurve gut einsehbar, fährst Du sie so weit wie möglich von außen an. Achte jedoch strikt darauf, immer auf Deiner eigenen Fahrbahnhälfte zu bleiben.

Spät einlenken: Lenke relativ spät ein. Wer zu früh einlenkt, schneidet die Kurve und wird am Kurvenausgang unweigerlich auf die Gegenfahrbahn oder über den Außenrand getrieben. Ein spätes Einlenken sichert Dir wertvolle Reserven für die Kurvenausfahrt. Unübersichtliche Kehren: Ist die Kurve nicht einsehbar, wählst Du von vornherein die äußerste (bzw. engste) Linie auf Deiner Spur, um maximalen Abstand zum potenziellen Gegenverkehr zu halten.

Vorsicht bei Linkskehren: Achte darauf, dass Dein Motorrad in Schräglage nicht die Mittellinie überragt. Selbst wenn die Reifen auf Deiner Spur sind, ragt Dein Oberkörper schnell in den Gegenverkehr hinein!

Was ist der Unterschied zwischen Bergauf- und Bergab-Kehren?

Die Schwerkraft verändert das Fahrverhalten in den Bergen radikal:

  • Bergab-Kehren: Hier liegt das Gewicht extrem auf dem Vorderrad. Das Motorrad lenkt dadurch zwar willig ein, neigt aber bei langsamer Fahrt zum „Abkippen“ nach innen. Bremse vor der Kurve progressiv ab und halte das Motorrad in der Kehre mit der Hinterradbremse stabil auf Zug. Der Bremsweg ist hier deutlich länger!

  • Bergauf-Kehren: Hier wird das Vorderrad leicht. Du benötigst spürbar mehr Gas („Stützgas“), damit der Motor nicht abstirbt und das Motorrad stabil bleibt. Wenn Du hier die Hinterradbremse leicht mitschleifen lässt, verhinderst Du das Aufbäumen oder Ruckeln der Maschine.

Welche Fahrstile gibt es und wann wendet man sie an?

Je nach Geschwindigkeit und Kurvenradius eignen sich unterschiedliche Techniken:

  • Drücken: Bei niedrigen Geschwindigkeiten und sehr engen Radien (wie auch im Gelände) drückst Du das Motorrad unter Dir am Lenker in die Schräglage, während Dein eigener Oberkörper aufrecht bleibt. Das Motorrad hat hierbei mehr Schräglage als Du selbst. Diese Technik ist extrem sicher, stabil und bietet eine hervorragende Übersicht.

  • Legen / Hang-Off: Geht es schneller zur Sache, macht dein Oberkörper die Bewegung des Motorrads mit (Legen). Bei einer sehr sportlichen Fahrweise im Solobetrieb wird das Gewicht manchmal sogar leicht zum Kurveninneren hin verlagert (dezenter Hang-off).  Achtung: Letzteres ist mit einer Begleitung auf dem Rücksitz absolut tabu und nur im Solobetrieb zu empfehlen.

Wie bremst und korrigiert man in der Kurve richtig?

Beim Anbremsen vor der Kurve nutzt Du primär die Vorderradbremse. Musst Du Deine Geschwindigkeit in der Kurve korrigieren, gelingt dies am elegantesten mit der Hinterradbremse. Der Tipp gegen Lastwechsel: Wenn Du sanften Druck auf die Hinterradbremse ausübst und gleichzeitig den Gasgriff immer leicht geöffnet lässt (der Motor bleibt auf Zug), verhinderst Du unruhige Lastwechselreaktionen. Mit diesem feinfühligen Zusammenspiel kommst Du absolut ruckfrei und stabil durch jede noch so enge Kehre. Beim Übergang zum Rausbeschleunigen löst Du die Hinterradbremse einfach wieder.

Was tun, wenn ein breiter Gegenverkehr (Wohnmobil/Bus) die Spur schneidet?

Besonders in engen Kehren können lange Fahrzeuge wie Busse oder Wohnmobile nicht auf ihrer Spur bleiben und müssen weit auf Deine Fahrbahn ausscheren.

  • In Rechtskehren: Fahre extrem weit rechts und halte Dich bereit, im Scheitelpunkt anzuhalten oder Schrittgeschwindigkeit zu fahren.

  • In Linkskehren: Wenn Du den Bus frühzeitig siehst, bleibe vor dem eigentlichen Einlenkpunkt (also außen auf Deiner Spur) kurz stehen und lass das große Fahrzeug die Kehre passieren, anstatt Dich im engen Scheitelpunkt aneinander vorbei zu quetschen.

Welche Gefahren lauern speziell auf dem Asphalt von Kehren?

Kehren sind extremen Belastungen durch schwere Fahrzeuge ausgesetzt. Achte im Scheitelpunkt besonders auf:

  • Rollsplitt und Schotter: LKW und Traktoren wirbeln am Innenrand oft Dreck auf die Fahrbahn.

  • Bitumen und Diesel: Durch die hohe Hitze im Sommer schmilzt Bitumen in Kehren schnell und wird rutschig. Zudem schwappt bei LKW in extremen Schräglagen gerne mal Diesel aus dem Tank.

  • Wasserabläufe: In den Alpen verlaufen oft tiefe Metallrinnen oder Asphaltwellen quer durch die Kehre, um Schmelzwasser abzuleiten. Überfahre diese möglichst aufrecht mit gelöster Bremse, um Unruhe im Fahrwerk zu vermeiden.

Zusammenfassung: Die goldene Regel für Serpentinen

Das Grundprinzip lautet immer: Langsam rein und schnell raus aus der Kurve! Wer ruhig vorbereitet in die Kehre hineinfährt, den Lenkimpuls nutzt, spät einlenkt und die richtige Blickführung beachtet, hat am Scheitelpunkt längst wieder die nächste Gerade im Visier und kann das Motorrad stabil und kraftvoll herausbeschleunigen.

Aber Vorsicht: Das Ganze kann rasch süchtig machen und man verliert erst recht wieder viel Zeit beim Pässe fahren – einfach, weil man die geilsten Serpentinen immer wieder rauf und runter fahren will! Also: Üben, üben und noch einmal üben.

Schalten ohne Kupplung beim Motorrad

Warum funktioniert das Schalten überhaupt ohne Kupplung?

Im Gegensatz zu PKW-Getrieben, die schrägverzahnte Synchrongetriebe nutzen und eine vollständige Trennung über die Kupplung zwingend erfordern, nutzen Motorräder sequenzielle, geradverzahnte Klauengetriebe. Diese benötigen zum Gangwechsel keine dauerhafte Trennung des Kraftschlusses. Es reicht eine ultrakurze, drehmomentfreie Phase im Antriebsstrang.

Das Schalten funktioniert hier durch das axiale Verschieben von Zahnrädern, bei dem starre Mitnehmerklauen ("Dogs") in entsprechende Aussparungen des Nachbarrades greifen. Sobald der Antriebsstrang lastfrei (drehmomentfrei) ist, lässt sich der Gang ohne Kupplungsunterstützung wechseln

Schadet das Schalten ohne Kupplung dem Getriebe?

Nein, solange das Timing exakt stimmt. Eigentlich wird die Kupplung sogar geschont. Bei korrektem Ablauf gleiten die Getriebeklauen lastfrei ineinander.

Schlechtes Timing erzeugt jedoch harte Schläge, die Schaltgabeln und Getrieberäder können sich verbiegen oder stärker abnutzen.

Welche klaren Vorteile bietet die Technik des Schaltens ohne Kupplung?

Kupplungsschonung: Der mechanische Verschleiß der Kupplungsscheiben sinkt.

Entlastung: Die linke Hand ermüdet auf Pässen oder Langstrecken kaum.

Geschwindigkeit: Die Zugkraftunterbrechung ist extrem kurz, was für Vortrieb sorgt.

Wann muss die Kupplung zwingend genutzt werden?

  • Beim Anfahren

  • Beim Anhalten

  • Im Ortsgebiet und

  • beim langsamen Rangieren

Da im Stillstand die Getriebeeingangswelle (vom Motor) und die Ausgangswelle (vom Hinterrad) einen extremen Drehzahlunterschied aufweisen (Motor dreht im Leerlauf, Rad steht), ist ein Anfahren oder Anhalten ohne Kupplung mechanisch unmöglich, ohne den Motor abzuwürgen oder das Getriebe zu zerstören.

Wie funktioniert das Hochschalten ohne Kupplung?

1.   Vorspannen: Schalthebel vorab mit dem Stiefel leicht von unten auf Zug halten.

2. Lastwechsel: Den Gasgriff kurz und ruckartig ein Stück schließen.

3.   Wechsel: Durch den Lastwechsel flutscht der Gang ohne Kraftaufwand rein.

4.   Beschleunigen: Gasgriff wieder öffnen.

Das "Vorspannen" des Schalthebels sorgt dafür, dass die Getriebeklauen in exakt dem Millisekunden-Bruchteil in die nächste Stufe rutschen, in dem das Gas geschlossen wird. Das Schließen des Gasgriffs nimmt die Last von den Flanken der Zahnräder (Wechsel von Zugbetrieb zu Schiebebetrieb).

Wie funktioniert das Runterschalten (Schiebebetrieb) ohne Kupplung?

1.   Motorbremse: Das Motorrad muss sich bereits im Schiebebetrieb befinden.

2.   Vorspannen: Schalthebel leicht von oben mit dem Stiefel belasten.

3.   Zwischengas: Einen kurzen, schnellen Gasstoß (Blip) geben.

4.   Wechsel: Der Gang rutscht während des Gasstoßes präzise rein.

Das Herunterschalten ist deutlich anspruchsvoller als das Hochschalten, da man sich bereits im Schiebebetrieb (Motorbremse) befindet. Hier drücken die Zahnräder von der anderen Flankenseite aufeinander. Durch den kurzen Gasstoß ("Blip") gleicht man die Motordrehzahl an die höhere Drehzahl des niedrigeren Ganges an. In diesem winzigen Moment des Drehzahl-Schnittpunktes wird das Getriebe lastfrei und der Gang rutscht rein.

Was passiert bei Fehlern und Schaltgeräuschen?

Ein lautes Krachen zeigt ein falsches Timing oder zu wenig Vorspannung an. Das Getriebe steckt vereinzelte Bedienfehler weg, wiederholte Fehlschläge ruinieren jedoch die Mechanik. Bei Unsicherheit oder harten Schaltgeräuschen sollte sofort die Kupplung manuell gezogen werden.

Gibt es moderne Alternativen für diese Technik?

Elektronische Schaltassistenten automatisieren das Schalten ohne Kupplung.

Der Quickshifter unterbricht beim Hochschalten für Millisekunden die Zündung/Einspritzung (ersetzt das Gaswegnehmen).

Der Blipper gibt beim Runterschalten automatisiert den exakt dosierten Zwischengasstoß über das elektronische Ride-by-Wire (E-Gas).

Motorradfahren zu zweit – Sicher unterwegs mit Begleitung auf dem Rücksitz

Was ist beim Motorradfahren zu zweit besonders wichtig?

Vertrauen, Kommunikation und eine angepasste Fahrweise sind die wichtigsten Voraussetzungen. Geteilte Freude ist doppelte Freude: Eine gemeinsame Ausfahrt bietet eine fantastische Möglichkeit, Erlebnisse und Landschaften zu teilen. Wer lenkt und wer mitfährt, sollte sich vor dem Start über den Ablauf und das Verhalten abstimmen. Wichtig und unbedingt zu bedenken: Angst ist ein schlechter Begleiter. Auf dem Rücksitz braucht es volles Vertrauen – im Gegenzug muss vorne mit dieser Verantwortung achtsam umgegangen werden. Mit Passagieren an Bord gilt es, defensiv zu agieren, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und Sicherheitsreserven niemals auszureizen.

Muss das Motorrad für eine Fahrt zu zweit angepasst werden?

Ja. Je nach Motorradtyp und dem Gewicht beider Personen sind spezifische Einstellungen erforderlich. Unabhängig vom Gewicht auf dem Rücksitz ändern sich die Fahr- und vor allem die Bremseigenschaften im Vergleich zum Solobetrieb erheblich. Kommt auf Reisen noch Gepäck hinzu, gilt das umso mehr. Prüfe daher vor jeder Fahrt folgende Punkte:

  • Reifendruck: Gemäß Herstellerangaben für Beladung erhöhen (Richtwert: ca. +0,2 bar).

  • Fahrwerk: Federvorspannung und Dämpfereinstellung an das erhöhte Gesamtgewicht anpassen.

  • Scheinwerfer: Leuchtweite bei starker Beladung korrigieren, um den Gegenverkehr nicht zu blenden.

  • Zuladung: Das zulässige Gesamtgewicht (inklusive Gepäck) strikt einhalten.

Wie wird das Gepäck richtig verteilt, wenn man zu zweit reist?

Die schwersten Gegenstände gehören immer so nah wie möglich an den Schwerpunkt des Motorrads (z. B. in den Tankrucksack oder nach unten in die Seitenkoffer). Vorsicht bei Topcases: Ein vollgepacktes, schwer beladenes Topcase ganz hinten oben auf dem Heck entlastet das Vorderrad im Zweipersonenbetrieb extrem. Das ist nicht nur beim Fahren unangenehm, sondern kann auch zu gefährlichem Lenkerflattern (Shimmy-Effekt) und instabilem Fahrgefühl führen.

Sollte man das Fahren zu zweit vorher üben?

Auf jeden Fall. Wer zum ersten Mal mit Begleitung unterwegs ist, sollte vor der ersten großen Ausfahrt z. B. auf einem verkehrsarmen Parkplatz üben. So lernen beide das veränderte Brems- sowie Kurvenverhalten kennen und gewinnen die nötige Sicherheit.

Wie gelingt das Auf- und Absteigen richtig?

Das Auf- und Absteigen erfolgt erst nach einer kurzen verbalen oder visuellen Bestätigung. Das Motorrad muss dabei absolut sicher stehen. Wer vorne sitzt, hält beide Füße fest auf dem Boden und zieht die Vorderradbremse maximal an. Erst nach dem Startsignal steigt die Person hinten kontrolliert auf oder ab.

  • Tipp für hohe Motorräder (z. B. Reiseenduros): Hier ist das Aufsteigen über die Fußraste am sichersten. Die mitfahrende Person stellt den linken Fuß auf die linke Raste, hält sich an den Schultern vorne fest, drückt sich senkrecht nach oben und schwingt das rechte Bein kontrolliert über die Sitzbank. Das schont den Rücken und hält die Maschine maximal stabil.

Wie ist das richtige Verhalten während der Fahrt?

Auf dem Rücksitz sollte man möglichst nahe an die vordere Person heranrücken, sich an deren Taille oder den Haltegriffen festhalten und die Bewegungen synchron mitmachen, um eine gemeinsame Linie zu bilden. Hektische Bewegungen sind unbedingt zu vermeiden. Die Füße bleiben permanent auf den Fußrasten – auch bei einem kurzen Stopp an der Ampel. Ausnahmen gibt es nur nach vorheriger Absprache.

Wie verhindert man das ständige Aneinanderknallen der Helme?

Der sogenannte „Helmschlag“ passiert meistens beim Schalten oder Bremsen. Vorne verhinderst Du das, indem Du extrem weich kuppelst, die Gänge sanft einlegst und den Bremsdruck progressiv (langsam ansteigend) aufbaust. Der mitfahrenden Person hilft es, den Oberkörper beim Beschleunigen leicht anzuspannen und beim Bremsen den Abstand durch leichtes Abstützen an der Taille oder an Haltegriffen zu wahren, anstatt den Kopf direkt hinter dem vorderen Helm zu positionieren.

Wohin geht der Blick in den Kurven?

Als Orientierung für den Soziusplatz gilt: Der Blick geht immer über jene Schulter der vorderen Person, die zur Innenseite der Kurve zeigt. Dadurch folgen Körperhaltung und Gewichtsverlagerung automatisch dem Kurvenverlauf. Bei Schräglage niemals aktiv dagegen lehnen! Bei sehr engen Kehren (Serpentinen) kann der Blick über die Außenseite jedoch manchmal entspannter sein.

Wie findet das Team die richtige Wohlfühl-Schräglage?

Jeder Mensch hat eine andere Komfortzone bezüglich der Schräglage. Wer am Lenker sitzt, sollte sich in den ersten Kurven langsam an den Neigungswinkel herantasten und über das Intercom oder vereinbarte Zeichen erfragen, ob das Tempo für den Rücksitz angenehm ist. Fahre niemals im absoluten Grenzbereich, sondern halte immer eine großzügige Sicherheitsreserve für unvorhergesehene Hindernisse in der Kurve bereit.

Welcher Fahrstil bietet sich mit Begleitung an?

Zu zweit gilt das Prinzip: ruhig, gleichmäßig und vorausschauend fahren. Vermeide abruptes Beschleunigen oder hartes Bremsen. Je nach Motorradtyp sollte die Hinterradbremse bewusster eingesetzt werden, um das Fahrzeug zu stabilisieren. Versuche zudem, locker auf dem Motorrad zu sitzen – ein verkrampfter Oberkörper überträgt Unruhe direkt auf das Fahrwerk und verschlechtert das Gefühl für das Motorrad.

Was tun, wenn das Motorrad im Stand oder beim Rangieren kippt?

Sollte das Motorrad im Stand das Gleichgewicht verlieren, gilt für den Soziusplatz die wichtigste Regel: Nicht versuchen, das Motorrad mit den Füßen abzufangen. Das führt fast immer zu schweren Fuß- oder Beinverletzungen. Wenn das Bike nicht mehr zu halten ist, steigen oder springen beide kontrolliert zur Seite ab und lassen das Motorrad zu Boden gleiten.

Welche Handzeichen sind sinnvoll?

Bevor es losgeht, sollten klare Zeichen für die wichtigste Kommunikation vereinbart werden. Je einfacher diese sind, desto sicherer funktionieren sie im Ernstfall. Bewährt haben sich beispielsweise diese drei Signale:

  1. Zeigen auf den Tank: Wunsch nach einer Kaffee- oder Tankpause bei nächster Gelegenheit.

  2. Flache Hand auf den Oberschenkel klopfen: Ein dringender Stopp ist notwendig (z. B. für eine Toilettenpause oder bei Problemen mit der Ausrüstung).

  3. Nach oben gedrehte Hand mit gekrümmten Fingern drehen: Blaulicht/Polizei im Anmarsch.

Sind Kommunikationssysteme sinnvoll?

Ja. Moderne Gegensprechanlagen im Helm erleichtern die Verständigung unterwegs enorm. Gerade auf längeren Touren vereinfacht das den schnellen Austausch von Hinweisen oder Pausenwünschen. Eingespielte Paare – und das ist man meist erst nach mehreren tausend gemeinsamen Kilometern – bewegen sich auf dem Motorrad völlig synchron und agieren intuitiv als Einheit.

Kann man auch Schotter oder unbefestigte Wege zu zweit fahren?

Mit der nötigen Erfahrung und gegenseitigem Vertrauen sind auch Schotterpassagen zu zweit gut fahrbar. Ein etwas lockerer Griff hinten ermöglicht es zu spüren, wenn vorne beispielsweise in den harten Passagen in den Kreuzgang (Aufstehen auf den Fußrasten) gewechselt wird. Wird es sehr uneben, sollte man sich auch auf dem Rücksitz leicht aus dem Sitz heben, damit sich das Motorrad freier bewegen kann und die Wirbelsäule entlastet wird. Bei schwierigen Passagen ist es absolut professionell, die Begleitung zu bitten, kurze Abschnitte zu Fuß zu bewältigen.

Warum sind regelmäßige Pausen wichtig?

Mit zwei Personen an Bord ist die körperliche und mentale Belastung beim Fahren deutlich höher. Daher sollten mehr Pausen eingelegt werden als im Solobetrieb. Regelmäßige Stopps erhalten die Konzentration und beugen schmerzhaften Verspannungen vor.

Was tun, wenn das Team auf dem Motorrad unterschiedliche Erwartungen hat?

Offene Kommunikation und Harmonie sind die beste Grundlage für eine sichere Fahrt. Sollte es unterwegs zu Streit, Unwohlsein oder Meinungsverschiedenheiten kommen, hilft nur eins: rechtzeitig rechts ranfahren und das Thema im Stand in Ruhe besprechen. Die Fahrt sollte erst dann fortgesetzt werden, wenn sich beide Personen auf dem Motorrad wieder absolut wohl und sicher fühlen. Schließlich ist man sich nirgendwo näher als bei einer gemeinsamen Motorradreise.

Die 10 Gebote für das Fahren zu zweit

🏍️ Am Lenker solltest Du:

  1. Technik anpassen: Reifendruck erhöhen (Richtwert +0,2 bar), Fahrwerk einstellen und Scheinwerfer korrigieren.

  2. Briefing durchführen: Der Begleitung vor der ersten Fahrt die Besonderheiten der Maschine und die richtige Haltung kurz erläutern.

  3. Startsignal abwarten: Erst losfahren, wenn von hinten signalisiert wird, dass die Bereitschaft zur Abfahrt da ist.

  4. Sanft agieren: Niemals ruckartig beschleunigen oder bremsen, um unangenehme Helmschläge zu vermeiden.

  5. Hinterradbremse nutzen: Je nach Situation bewusster die Hinterradbremse einsetzen, um das Motorrad zu stabilisieren.

  6. Zeichen ausmachen: Vor dem Start klare Handzeichen für die wichtigsten Mitteilungen im Team vereinbaren.

  7. Auf Signale reagieren: Aufmerksam bleiben und auf die vereinbarten Handzeichen vom Rücksitz sofort reagieren.

  8. Mehr Pausen planen: Deutlich häufiger Zwischenstopps einlegen als bei reinen Solotouren.

  9. Vor Hindernissen warnen: Die mitfahrende Person vor Überraschungen wie Schlaglöchern oder Unebenheiten rechtzeitig warnen.

  10. Tempo drosseln: Allzu hohe Dauergeschwindigkeiten auf Autobahnen oder Landstraßen zum Wohl aller Beteiligten vermeiden.

 🎒 Auf dem Rücksitz solltest Du:

  1.  Schutzkleidung tragen: Genau wie die lenkende Person immer eine vollständige, vollwertige Motorrad-Schutzkleidung nutzen.

  2. Anmelden: Vor dem Auf- und Absteigen kurz versichern, ob die Maschine vorne bereits sicher gehalten wird.

  3. Mitdenken: Das Verkehrsgeschehen stets aufmerksam und vorausschauend mitbeobachten.

  4. Kontakt halten: Möglichst nahe an die vordere Person heranrücken und Dich am besten an deren Taille festhalten.

  5. Synchron bewegen: Die Bewegungen harmonisch mitmachen und eine feste Einheit mit dem Motorrad bilden.

  6. Richtige Blicktechnik: In der Kurve immer über jene Schulter blicken, die zur Innenseite der Kurve zeigt.

  7. Nicht gegenlehnen: Bei Schräglage die gemeinsame Linie halten und Dich niemals aktiv gegen die Kurve legen.

  8. Ruhe bewahren: Im Sattel absolut keine abrupten oder hektischen Bewegungen machen.

  9. Füße auf den Rasten lassen: Die Füße IMMER auf den Rasten lassen, auch beim kurzen Stopp an der Ampel.

  10. Danke sagen: Die lenkende Person nach einer gelungenen Tour als Anerkennung gern auf ein Getränk einladen.

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